Was ist Radon und was ist daran gefährlich?

Radon entsteht beim radioaktiven Zerfall von Uran und Radium. Es wird ständig und je nach Vorhandensein entsprechender Mineralien in der Erdkruste unterschiedlich stark nachgebildet. Aus dem Untergrund dringt das gasförmige Radon in Gebäude ein und kann in den Innenräumen beachtliche Konzentrationen erreichen. Radon besitzt als radioaktives Edelgas eine nachgewiesenermaßen krebserzeugende Wirkung. Betroffen ist vornehmlich die Lunge, da sich die kurzlebigen, aber nicht mehr gasförmigen Zerfallsprodukte des Radons im Bronchialtrakt ablagern und beim weiteren radioaktiven Zerfall die Zellen schädigen.

Gefährdet sind in Sachsen der Großraum Dresden (ausgenommen flache Bereiche in Elbnähe) sowie Teile der Lausitz und des Erzgebirges. (Die Karte zeigt eine stark vergröberte Übersicht der gefährdeten Zonen im Dresdner Raum. Das Ablesen der Situation einzelner Grundstücke ist über solch eine Darstellung nicht möglich. Die Karte ist aus frei zugänglichen Materialien zusammengestellt - zum Vergrößern das Bild anklicken)


Was genau macht Radon so gefährlich?

Radon – geruchlos, unsichtbar und dennoch präsent – entweicht aus dem Boden als gasförmiges radioaktives Zerfallsprodukt überall dort, wo im Untergrund geologische oder durch den Menschen geschaffene Strukturen mit mineralischem Uran, Thorium oder Radium massiv durchsetzt sind (z.B. Granodiorite der nordöstlichen Elbhänge Dresdens bis in die Lausitz, Rotliegendsedimente der Becken von Freital und Weißig/Eschdorf, Meißner Syenodiorit der westlichen Dresdener Elbhänge bis weit hinein in die westlichen Dresdener Hochflächen bzw. ehemalige Halden, Aufschüttungen etc. in Bergbau- und Verarbeitungsgebieten, etwa Freital, Dresden-Coschütz, Dresden-Gittersee, Erzgebirge).


Wie gelangt Radon in Ihren Wohnraum?

Durch feinste Poren, Risse oder Undichtigkeiten an Bodenplatten, seitlichen Beschichtungen und Durchbrüchen für Gas, Strom, Wasser etc. kann Radon in die Gebäude eindringen und sich dort – anders als im Freien – in erheblichen Mengen aufkonzentrieren. Der Radonzutritt in Gebäude wird insbesondere durch Druck- und Temperaturunterschiede zwischen radondurchsetzter Bodenluft und Gebäude-Innenluft bestimmt (Schornsteineffekt aufsteigender erwärmter Luft). Beide Systeme sind im erdberührten Bereich nur durch den etwa 30 bis 40 cm starken Baukörper voneinander getrennt. Die Aufenthaltsräume im untersten Geschoss (ein besonders in der kalten Jahreszeit deutlich erwärmter Bereich) sind somit als erstes betroffen. Unter Beachtung der genannten Gesichtspunkte ist daher in radonbelasteten Gebieten beim Bauen ein besonders sorgfältiger vorbeugender Radonschutz erforderlich. Sein Ausmaß bestimmt sich im allgemeinen nach den Resultaten der Messungen für die Radon-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft und nach Aussagen zur Bodenpermeabilität am Gebäudestandort.